Monthly Archives: Oktober 2012

GegenArgumente 10/2012 erschienen

Freerk Huisken zum Thema “Antiislamismus: Grund und Verlaufsformen”

12. Oktober 2012
Hamburg | 19:30 Uhr | Rote Flora, Schulterblatt

Freerk Huisken: Antiislamismus – Gründe und Verlaufsformen
Eingangsreferat zum Kongress gegen antimuslimischen Rassismus.

Der Antiislamismus ist ein politisches Problem, kein religiöses oder kulturelles: Wenn westliche Staaten unter Führung der USA seit Jahrzehnten ihrem Kapital den Zugriff auf Ressourcen in jenem nahöstlichen Länderbogen, in welchem der Islam Staatsreligion ist, mit diplomatischen, ökonomischen und militärischen Mitteln sichern; wenn sie dabei den Völkern dieser Länder zugleich die westlichen »Freiheitssegnungen« bringen wollen, also die inneren Angelegenheiten, das politische System, Religion und Kultur dieser Länder aufmischen, dann darf man sich im Westen nicht wundern, dass aus Moslems schon mal politische Fundamentalisten werden, die sich mit ihren Mitteln – sie werden hier Terror genannt – dagegen wenden.

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ACTA, Urheberrecht, Piraten

Veranstaltungsempfehlung

 

Vortrag & Diskussion

 

Vom kapitalistischen Charakter des geistigen Eigentums

 

Referentin: Margaret Wirth, GegenStandpunkt

Dienstag, 13. November 2012, 19 Uhr
Universität Hauptgebäude, Edmund-Siemers-Allee 1, Hörsaal B

 

Auf zwei Ebenen wird derzeit über das „geistige Eigentum“ gestritten:
Erstens auf der höchsten Ebene der Staatenkonkurrenz

Die Weltwirtschaftsmächte USA, Kanada und Europa haben sich zusammengetan und mit ACTA einen Vertrag auf den Weg gebracht, mit dem sie ihrem Anspruch auf Geltung von Eigentumsrechten an „immateriellen Gütern“ weltweit Durchschlagskraft verleihen wollen. Die Staatenlenker machen dabei kein großes Geheimnis daraus, was das Zielaller staatlichen Regelungen in der Sphäre des geistigen Eigentums ist. Zum Beispiel

betont die EU-Kommission die besondere Bedeutung des ACTA-Handelsabkommens für die ‚wissensbasierten’ europäischen Volkswirtschaften, da die Wettbewerbsfähigkeit Europas nur dann aufrecht erhalten werden könne, wenn die EU sich auf Innovation, Kreativität, Qualität und Markenexklusivität verlassen kann, welche zu unseren wichtigsten Wettbewerbsvorteilen auf dem Weltmarkt zählen, welche allesamt unter den Schutz der Rechte des geistigen Eigentums fallen“.

Ein recht klares Wort: Wissen dient in „unseren“ Volkswirtschaften der Konkurrenz gegen andere Volkswirtschaften oder taugt nix. Continue reading

Arbeitskreis „Kritik der Politischen Ökonomie“

Veranstaltungsempfehlung

 

Karl Marx – Das Kapital Band 1

 

14-tägig, Beginn: Donnerstag, 15. November 2012, 18 Uhr
Universität Hamburg, Allende-Platz 1, Soziologisches Institut (Pferdestall), R 138

 

Im Gefolge der großen Finanzkrise ist das KAPITAL von Marx wieder einmal entstaubt worden. Wie immer, wenn die gebildete Öffentlichkeit den alten Denker modern aufbereitet, bleibt von seinen Aussagen zur Sache kaum etwas übrig. Denn die Sichtung seines Hauptwerks geht konsequent entlang der Fragestellung, was sich darin als Beitrag zu den aktuellen Problemen & Lösungen finden lässt, in die der marktwirtschaftliche Verstand die kleinen und großen Katastrophen des Kapitalismus überführt. Mit dem praktischen Denken, das auf die Bewältigung von Umständen aus ist, die als gegeben anerkannt werden, hatte Marx allerdings überhaupt nichts im Sinn, im Gegenteil: Seine „Kritik der Politischen Ökonomie“ des Kapitalismus setzt gerade da an, wo alle Welt es für die normalste Sache hält und danach handelt, dass der gesellschaftliche Reichtum die Form von Waren annimmt. Das mag wie selbstverständlich erscheinen, weil jeder im Alltagsleben kauft und verkauft, also mit seinen Bedürfnissen immerzu so umgeht, wie es in der modernen Marktwirtschaft geregelt ist: zahlungsfähig muss man schon sein und zwar ausreichend zahlungsfähig, um an der „ungeheuren Warensammlung“ nicht bloß ideell teilzuhaben : Die einzelne Ware hat ihren Preis und der ist in Geld zu entrichten. Also muss man Geld verdienen…mithin die ganze Reihenfolge von „Sachzwängen“ abarbeiten, die jedem irgendwie aus seinem kapitalistischen Leben geläufig sind. Continue reading

Syrien – der aktuelle Hauptfall für die Konkurrenz um die Weltaufsicht

Diskussionstermin des FORUM GEGENARGUMENTE

Mittwoch, 24.10., 18:30
Uni Hamburg, Pferdestall Raum 104, Allendeplatz 1

Die deutschen und anderen Bürger in den Staaten des Westens werden, wie es sich in Demokratien gehört, bei „unserem“ Engagement in Sachen Syrien von ihren Medien mitgenommen, d.h. mit Kriegspropaganda versorgt, damit sie verstehen, welche Seite „unsere“ Unterstützung und welche Seite den Tod verdient. Mit vorweg feststehender Parteilichkeit werden die Bilder und Geschichten ausgesucht. Der Zeitungsleser wird eingeladen, gut und böse zu unterscheiden, wenn „weit hinten in Arabien die Völker aufeinander schlagen“. Die „Arabellion“ heißt es, hat Syrien erfasst. Schon die Nennung dieses Geistersubjekts, liefert alles Nötige zum Verständnis der Ereignisse. Denn damit steht fest, dass die Herrschaft, gegen die von Teilen der Gesell­schaft rebelliert wird, ihren Sturz verdient, die rebellierenden Kräfte dagegen jede Unterstützung, und dass es in die Verantwortung des Westens fällt, dafür zu sorgen, dass Assad fällt, dass man als Deutscher, Europäer, Westler also einer zum Eingreifen befugten Kriegspartei angehört. Wen der syrische Staatspräsident womit und bei was überhaupt stört, dass man ihn gewaltsam erledigen muss, und was „uns“ das alles angeht, braucht der deutsche Leser dabei gar nicht zu wissen. Sollte er aber.

I. Der Aufstand in Syrien: ein einziger Ruf nach einem amerikanisch betreuten Krieg gegen Assad

II. Weltpolitisches Franchising neuer Art

III. Gegenstand und Stachel multipolarer Regionalmachtkonkurrenz

IV. Weltpolitische Herausforderung der höheren Art an Russland und China, ihren Status als globale Mächte betreffend