G..Grass hat in dem Gedicht, das seit Tagen für Wirbel sorgt, darauf verwiesen, dass die Atommacht Israel den „ohnehin brüchigen Weltfrieden“ mit der Androhung eines atomaren Erstschlags gegen den Iran gefährdet. Zugleich greift er die deutsche Regierung an, die sich mit der Billigung von U-Boot-Verkäufen an Israel zum „Zulieferer eines Verbrechens“ machen könnte. „Internationale Instanzen“ fordert er abschließend auf, die Atomanlagen bzw. atomaren Potentiale beider Staaten einer permanenten Kontrolle zu unterziehen.
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Ja, das tut sie. Mehrmals und in aller Öffentlichkeit bekundete die Kanzlerin: „Die Mordserie ist eine Schande, das ist beschämend.“ Ihr Hofstaat folgte ihr und das gesamte Parlament verabschiedete einstimmig eine Schamresolution anlässlich der Aufdeckung des NSU: „Wir – das Parlament – sind zutiefst beschämt, dass nach den ungeheuren Verbrechen des NS-Regimes rechtsextremistische Ideologie in unserem Lande eine blutige Spur unvorstellbarer Mordtaten hervorbringt.“ Bestürzt kann man sein, vielleicht auch entsetzt – aber beides nur im ersten Augenblick. Denn mit dem zweiten Augenblick müsste das Nachdenken über die Ursachen der Mordserie einsetzen, damit sich zukünftige Bestürzung über ähnliche Taten in Grenzen hält. Und zum Nachdenken müsste auch gehören, sich Klarheit zu verschaffen über den Zusammenhang zwischen der ganz gewöhnlichen, von der Ausländerpolitik je nach Konjunktur immer wieder angeheizten Ausländerfeindlichkeit guter Deutscher und jener mörderischen „Ausländerpolitik“, die der NSU dann über ein Jahrzehnt hinweg nicht mehr den regierenden Demokraten überlassen wollte, sondern in die eigenen Hände genommen hat. Daran fehlt es in den Kreisen der für die Abwehr, Ausweisung und Zulassung von Ausländern Verantwortlichen. Natürlich! Denn wer wollte von ihnen schon die Fundamentalkritik ihrer eigenen Ausländerpolitik verlangen. Stattdessen wird sich geschämt.
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Die Grass-Debatte: Deutscher Großdichter – national abgewatscht
Mittwoch, 25.04.2012, 18:30 Uhr
Uni HH, Allendeplatz 1,
Pferdestall Raum 104
Dienstag, 17. April 2012, 19.30 Uhr
Werkhof, Gaußstr. 25/Ecke Nernstweg
Fortsetzung der Diskussion vom 20. März (Diskussionsgrundlage ist der Artikel “Die USA erneuern ihren globalen Führungsanspruch” in: Gegenstandpunkt 1-12)
Gespräch mit Freerk Huisken. Über mordende Neonazis, demokratischen Volksnationalismus sowie die Haltung von Politik und Antifagruppen zu beidem.
Artikel in junge Welt 10. März 2012
Wie das Volk geistig die Krise bewältigen soll, für die es praktisch in Haftung genommen wird
- „Die Maßnahmen der Regierung sind alternativlos!“
- „Der Euro muss unbedingt gerettet werden!“
- „Die Krise hat viele Schuldige: finanzkapitalistische Zocker, unverantwortliche Staatshaushälter und – letztlich – unser aller Anspruchsdenken!“
- „Die Hauptschuld an der Euro-Krise tragen die anderen: faule Völker bringen die fleißigen und anständigen in Gefahr!“
- „Helfen müssen wir ihnen trotzdem, aus Eigeninteresse!“
- „Aber zu bestellen haben die Griechen dabei nichts. Eine Volksabstimmung – das wäre eine Katastrophe!“
- „Ohne Europa gibt es keinen Frieden!“
Diskussionsveranstaltung der AANO, Uni HH, Pferdestall 104
Mittwoch den 28.03.2012 um 18:30 Uhr
Flyer Krisenagitation (PDF)
die Ausgabe enthält folgende Themen
- Nazi Trio ermordet Ausländer – und wer gilt als Opfer? Deutschland und seine Staatssicherheit
- Das „pazifische Jahrhundert der USA“
Der Imperialismus der gewandelten Führungsmacht