Kategorie-Archiv: texte

Die verkehrten Forderungen des DGB

„Gute Arbeit für Europa“ – statt für Geld? „Gerechte Löhne“ – statt hohe? „Soziale Sicherheit“ – für die prekären Existenzen, die wohl immer dazu gehören?

Als Antwort auf die „soziale Krise“ in Europa hat der DGB für den 1. Mai 2012 eine knackige Forderung aufgelegt: „Gute Arbeit für Europa“schaffen, in Einheitsfront mit Arbeitgebern und Staat, als Antwort darauf, dass „Spekulanten die Weltwirtschaft beinahe in den Abgrund gestürzt haben“. Das halten wir für dreifach verkehrt.

Weiterlesen

Auch so kann man den Kapitalismus (nicht) kritisieren:

Profit: gut – zu viel Profit: böse oder Eine kurze Aufklärung über – „Was ist Profit“

Seit es den Kapitalismus gibt, gibt es viel Unzufriedenheit mit ihm. Heutzutage zum Beispiel bei Attac, bei den Befürwortern eines „Bedingungslosen Grundeinkommens“, bei den „Empörten“ in verschiedenen europäischen Staaten oder bei der „Occupy“-Bewegung.

Diese Bewegungen kritisieren den Kapitalismus wegen seiner „Auswüchse“, die doch wohl zum Himmel schreien. Es ist ja auch nicht zu übersehen, dass einem ständig wachsenden Reichtum bei den einen eine ebenso ständig wachsende Armut bei den anderen gegenübersteht. Nicht zu übersehen ist auch die notorische Existenzunsicherheit, die für viele Leute bedeutet, dass schon ein unglücklicher Umstand – Entlassung, Krankheit, eine psychische Ausfallerscheinung, ein familiäres Drama, falsch eingekauft, auf einen falschen Rat gehört – zu einer privaten Katastrophe wird. Und auch die gesamtgesellschaftlichen Folgeerscheinungen des Kapitalismus werden angeprangert. Weltweit breiten sich Hunger und sonstiges Elend immer mehr aus; es gibt eine fortschreitende Zerstörung der natürlichen Umgebung und nicht zuletzt: jede Menge Kriege der kleineren und der größeren Art.

hier weiterlesen…

1. Mai: Tag der Arbeit

Die Lage der arbeitenden Klasse in Europa:

Eine kurze Bilanz zum „Tag der Arbeit“

1. In Europa gibt es eine Staatsschuldenkrise. Dazu kommt es, wenn internationale Finanzinvestoren aufhören, einem Staat frisches Geld zu leihen. Sie stellen fest, dass sich dieser Staat für sie nicht mehr lohnt, dass er auf Dauer nicht für den Zinsdienst garantieren kann, den er ihnen für ihre Kredite schuldet. Und wenn so ein Staat nicht dafür taugt, Banken und Investmentfonds reich zu machen, investieren die eben nicht mehr in seinen Haushalt. Dann ist der Staat bankrott und kann seinen Laden zu machen. Dass sich ein Staat mitsamt dem ganzen gesellschaftlichen Leben, das an ihm hängt, fürs Finanzkapital rentiert, ist offenbar seine erste Existenzbedingung. Wenn er seinen Gläubigern keine Zinsen mehr abliefern kann, war alles sinnlose Verschwendung und „über die Verhältnisse leben“, was er unternommen und eingerichtet hat.

Was ist los, wenn ein Staat die Zinsen auf seine Schulden nicht mehr bezahlen kann?
hier weiterlesen…

Freerk Huisken: Deutscher Großdichter als Weltgewissen – national abgewatscht

G..Grass hat in dem Gedicht, das seit Tagen für Wirbel sorgt,  darauf verwiesen, dass die Atommacht Israel den „ohnehin brüchigen Weltfrieden“ mit der Androhung eines atomaren Erstschlags gegen den Iran gefährdet. Zugleich greift er die deutsche Regierung an, die sich mit der Billigung von U-Boot-Verkäufen an Israel zum „Zulieferer eines Verbrechens“ machen könnte. „Internationale Instanzen“ fordert er abschließend auf, die Atomanlagen bzw. atomaren Potentiale beider Staaten einer permanenten Kontrolle zu unterziehen.

den kompletten Text als Doc Datei downloaden

Freerk Huisken: Warum schämt sich Frau Merkel eigentlich für die Morde von drei Neonazis?

Ja, das tut sie. Mehrmals und in aller Öffentlichkeit bekundete die Kanzlerin: „Die Mordserie ist eine Schande, das ist beschämend.“ Ihr Hofstaat folgte ihr und das gesamte Parlament verabschiedete einstimmig eine Schamresolution anlässlich der Aufdeckung des NSU: „Wir – das Parlament – sind zutiefst beschämt, dass nach den ungeheuren Verbrechen des NS-Regimes rechtsextremistische Ideologie in unserem Lande eine blutige Spur unvorstellbarer Mordtaten hervorbringt.“  Bestürzt kann man sein, vielleicht auch entsetzt – aber beides nur im ersten Augenblick. Denn mit dem zweiten Augenblick müsste das Nachdenken über die Ursachen der Mordserie einsetzen, damit sich zukünftige Bestürzung über ähnliche Taten in Grenzen hält. Und zum Nachdenken müsste auch gehören, sich Klarheit zu verschaffen über den Zusammenhang zwischen der ganz gewöhnlichen, von der Ausländerpolitik je nach Konjunktur immer wieder angeheizten Ausländerfeindlichkeit guter Deutscher und jener mörderischen „Ausländerpolitik“, die der NSU dann über ein Jahrzehnt hinweg nicht mehr den regierenden Demokraten überlassen wollte, sondern in die eigenen Hände genommen hat. Daran fehlt es in den Kreisen der für die Abwehr, Ausweisung und  Zulassung von Ausländern Verantwortlichen. Natürlich! Denn wer wollte von ihnen schon die Fundamentalkritik ihrer eigenen Ausländerpolitik verlangen. Stattdessen wird sich geschämt.

Download des kompletten Textes als doc Datei

»Erwünscht ist mehr Effektivität der Gesinnungskontrolleure«

Gespräch mit Freerk Huisken. Über mordende Neonazis, demokratischen Volksnationalismus sowie die Haltung von Politik und Antifagruppen zu beidem.
Artikel in junge Welt 10. März 2012

Die Rückeroberung des pazifischen Raumes

Ein Projekt der USA zur ökonomischen Nutzung und militärischen Einhegung des Rivalen China

In einem Beitrag für Foreign Policy sieht US-Außenministerin H. Clinton »das pazifische Jahrhundert der Vereinigten Staaten« anbrechen. Die Überschrift ist Programm. Der APEC-Gipfel im Herbst 2011, auf dem sich die halbe Obama-Regierung ein Stelldichein gab, manifestierte den Willen der USA, die Pazifikregion zum zentralen Schauplatz ihrer globalen Politik zu machen. Allen ist – anders als wenn etwa Spanien oder Portugal ihr »lateinamerikanisches Jahrhundert« ausrufen würden – selbstverständlich und sofort klar: Hier meldet sich kein beliebiger »Mitspieler« mit diesem oder jenem Interesse an, sondern die Weltmacht USA. Wenn sie aufbricht und ihre »Rückkehr« in den Raum Asien-Pazifik vermeldet, so als fänden die USA als zukünftiges Wirkungsfeld Neuland vor, dann ergeht damit eine Zuständigkeitserklärung, an der die staatlichen Anrainer dieser Weltgegend nicht vorbei kommen können.

weiterlesen auf jungewelt.de

Finanzkrise

Hier gibt es eine Zusammenfassung älterer Artikel zur Finanzkrise.

Freerk Huisken: Was ist „brauner Terror“und wie kommt es dazu?

1.
„Brau­ner Ter­ror“, heißt es, liegt dann vor, wenn deut­sche Rechts­ex­tre­mis­ten aus dem Un­ter­grund her­aus über mehr als ein Jahr­zehnt lang in ihrem fa­na­ti­schen Aus­län­der­hass tür­ki­sche Dö­ner­bu­den-​ oder Ki­osk­be­sit­zer ge­zielt töten und wie­der ab­tau­chen, ohne in Be­ken­ner­schrei­ben extra dar­auf hin­zu­wei­sen, dass für sie jeder in Deutsch­land le­ben­de Türke oder Grie­che einer zu viel ist. Von Ter­ror, zumal von „brau­nem Ter­ror“ kann des­halb da nicht die Rede sein, wo im Zuge de­mo­kra­tisch le­ga­li­sier­ter Aus­län­der­po­li­tik um Eu­ro­pa eine „Mauer“ ge­zo­gen wird, die den Zuzug von un­er­wünsch­ten Aus­län­dern ver­hin­dern soll und an der jähr­lich Hun­der­te von Aus­län­dern jäm­mer­lich ver­re­cken – zu Lande, aber vor allem im Was­ser des Mit­tel­meers. Auch dort kann von „brau­nem Ter­ror“ nicht die Rede sein, wo Men­schen mit frem­der Staats­zu­ge­hö­rig­keit auf der Grund­la­ge des Aus­län­der­ge­set­zes hier­zu­lan­de das Leben so schwer ge­macht wird, dass sie ent­we­der frei­wil­lig wie­der in jene Re­gio­nen zu­rück­keh­ren, in denen sie um ihr Leben fürch­ten muss­ten, oder sich hier um­brin­gen. Schließ­lich fällt es nicht unter „brau­nen Ter­ror“, wenn Men­schen, die sich hier il­le­gal auf­hal­ten, erst in Aus­län­der­ba­ra­cken kon­zen­triert, dann in Ab­schie­be­ge­fäng­nis­se über­führt und schließ­lich ge­fes­selt per Flie­ger wie­der dort­hin zu­rück ver­frach­tet wer­den, wo sie ihres Le­bens nicht si­cher waren. Es han­delt sich in die­sen Fäl­len des­we­gen nicht um „brau­nen Ter­ror“, weil all diese, rück­sichts­los ge­gen­über Leib und Leben von Aus­län­dern durch­ge­führ­ten Maß­nah­men ers­tens nicht von fa­na­ti­schem Aus­län­der­hass, son­dern von po­li­tisch kal­ku­lier­ter Aus­län­der­feind­schaft der De­mo­kra­ten zeu­gen, weil sie zwei­tens nach Recht und Ge­setz ver­fügt wer­den, weil sie drit­tens nicht aus dem Un­ter­grund, son­dern in aller Öf­fent­lich­keit im po­li­zei­li­chen Ober­grund pas­sie­ren und weil sie vier­tens re­gel­mä­ßig mit „Be­ken­ner­schrei­ben“ ver­se­hen sind, die sich in allen deut­schen Ta­ges­zei­tun­gen als In­for­ma­tio­nen der In­nen­mi­nis­ter über neue Maß­nah­men zum Schutz der Hei­mat vor il­le­ga­len Aus­län­dern und als Sta­tis­ti­ken über deren er­folg­rei­che Durch­set­zung lesen las­sen. Weiterlesen

Nachrichten aus der Marktwirtschaft: Was ist los, wenn die „Arbeitssucht“ grassiert?

Vor einiger Zeit macht die Illustrierte „Stern“ auf mit dem Titel: „Süchtig nach Arbeit“ (16/2011). Vorgestellt werden da Leute, die in und vor allem wegen ihrem aufreibenden Berufsleben irgendwann zusammenbrechen und dann von Psychologen als „arbeitssüchtig“ eingestuft werden. Dazu werden dem Leser eine Reihe von Symptomen dieser merkwürdigen Krankheit vorgestellt: Der arbeitssüchtige Angestellte oder Manager kennt nur noch seine Arbeit, macht haufenweise Überstunden, kennt kein Wochenende, kümmert sich um nichts anderes mehr, vernachlässigt die Familie und betrachtet jede Art von Freizeit als Ablenkung oder Störung.
zum Artikel