Kategorie-Archiv: Jour fixe

Veranstaltungsempfehlung

Jour Fixe des GegenStandpunkt

Andauerndes Massensterben an Europas Grenzen:
Das Grenzregime
im grenzenlosen Kapitalismus

Wie die Öffentlichkeit die „humane Katastrophe“ vor Lampedusa gedanklich bewältigt

Dienstag, 3.12.2013, 19.30 Uhr, Werkhof, Gaußstraße 25/Ecke Nernstweg

Es hat schon 300 Tote auf einen Schlag gebraucht, damit sich in Europa Betroffenheit über das Flüchtlingselend einstellt. Dass in den letzten zehn Jahren mehr als zwanzigtausend Flüchtlingen an der europäischen Südgrenze ertrunken sind, wurde mehr nebenher registriert. Jetzt sind alle Stellungnahmen einig, dass ganz furchtbar ist, was da im Mittelmeer passiert und rasch Abhilfe geschaffen werden muss. So ziemlich alle Kommentatoren, die mit der europäischen Flüchtlingspolitik harsch ins Gericht gehen, sind sich bei aller Kritik aber auch so ziemlich darüber einig, dass sich letztlich wenig machen lässt, ja dass dieses Grenzregime für Europa ganz unverzichtbar ist. Auf die eine oder andere Weise enthalten ihre kritischen Einlassungen das Bekenntnis, dass die Abschottung Europas gegenüber dem unerwünschten Flüchtlingsstrom zu unserem marktwirtschaftlichen System und unserem vereinten Europa einfach dazugehören – und damit auch der Tod von Immigranten.
Erklären, warum dieses System ohne tödliche Grenzsicherung nicht auskommt, will kaum jemand. Und noch weniger denken daran, dieses System als unmenschlich zu verwerfen – wie seinerzeit den deutschen Teilstaat mit Mauer und Stacheldraht.

Zitate zur Diskussionsgrundlage HIER.

Jour Fixe am 27. August

Veranstaltungsempfehlung

Die Affäre „Snowden“

Eine harte Lektion in Sachen Freiheit – und ein paar Klarstellungen über den globalen Kontrollbedarf der USA!

Dienstag, 27. August 2013, 19.30 Uhr
Werkhof, Gaußstr. 25/Ecke Nernstweg

1.

Ein ehemaliger Mitarbeiter der amerikanischen Überwachungsbehörde NSA packt aus:

„Die National Security Agency (NSA) hat eine Infrastruktur aufgebaut, die es erlaubt, fast alles abzuhören. Damit wird ganz automatisch das meiste an zwischenmenschlicher Kommunikation aufgenommen, es muss nicht einmal beabsichtigt sein. Wenn ich mir Ihre E-Mails oder das Telefon Ihrer Frau ansehen wollte, so könnte ich das tun. Ich komme an Ihre E-Mails, Ihre Passwörter, Ihre Telefonverbindungen, Ihre Kreditkarten. Ich möchte nicht in einer Gesellschaft leben, die solche Dinge tut…Ich möchte nicht in einer Welt leben, in der alles, was ich mache und sage, der Name jedes Gesprächspartners, jeder Ausdruck von Kreativität, Liebe und Freundschaft aufgezeichnet wird. Ich möchte das nicht unterstützen und bin nicht bereit, das zu akzeptieren.“
(Snowden im Guardian vom 09. Juni 2013)

Klare Worte von einem, der es wissen muss: Das Privatleben nicht nur amerikanischer Bürger, sondern der des halben Globus, wird allumfassend ausgespäht, gespeichert und verwertet. Als guter Amerikaner, der an das große Freiheitsversprechen seiner Nation glaubt, verzweifelt Snowden an der eigenen Enthüllung und wähnt das Ende der privaten Freiheit nahe.

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Jour Fixe am 12. Juni

Veranstaltungsempfehlung

Die „Tragödie in Bangladesch“

Ein extremes Zeugnis für den verächtlichen Umgang des Kapitals mit der Arbeit

MITTWOCH (!!!), 12. Juni 2013, 19.30 Uhr
Werkhof, Gaußstr. 25/Ecke Nernstweg

1. Eine riesige Textilfabrik in Dhaka stürzt ein. „Der größte Industrieunfall in der Geschichte Bangladeschs“ kostet über 1100 Arbeiter das Leben, die im Auftrag namhafter westlicher Textilmultis dort an den Nähmaschinen saßen und trotz Mauerrissen zur Fortsetzung ihrer Arbeit gezwungen wurden. Alle Nachforschungen und Berichte ergeben: Die dortigen Lohnsklaven müssen ihre Arbeit unter „haarsträubenden Bedingungen“ verrichten. Das ist ein Skandal. Woran liegt es, dass es immer wieder zu „Katastrophen in der rasch wachsenden Textilindustrie von Bangladesch“ kommt? Weiterlesen

Termine

– Der Jour Fixe des GEGENSTANDPUNKT am Dienstag, 28.5., 19.30 Uhr, entfällt!
– Dafür findet am Donnerstag, 30.5., 19 Uhr, eine Diskussionsveranstaltung zum Thema „Worin besteht die Konfrontation zwischen Nordkorea und USA?“ statt. Referentin: Prof. Margaret Wirth. Ort: Universität Hamburg, Hauptgebäude, Hörsaal C
– Thema des Jour Fixe des GEGENSTANDPUNKT am MITTWOCH, 12.6. (ACHTUNG: verschoben von DIENSTAG auf MITTWOCH!!!), 19.30 Uhr: Die „Tragödie in Bangladesch“. Ort: Werkhof, Gaußstr.25/Ecke Nernstweg
– Der Jour Fixe des GEGENSTANDPUNKT am Dienstag, 18.6., 19.30 Uhr, entfällt!

Jour Fixe am 9. April

Veranstaltungsempfehlung

Die Zypern-Krise und ihre Abwicklung – ein „Modellfall“ … für was eigentlich?

Dienstag, 09. April 2013, 19.30 Uhr
Werkhof, Gaußstr. 25/Ecke Nernstweg

– Zypern soll wegen seines untragbaren „Geschäftsmodells“ in die Krise geraten sein: Die Bilanzsumme der Banken beläuft sich auf das „Achtfache“ des Bruttoinlandsprodukts, das mit fünf !!!!! versehen und fertig ist der Schluss: Das konnte ja nicht gut gehen! Was eigentlich? Steht die angeprangerte Bilanzsumme in der Sache nicht für ein wachsendes Bankengeschäft auf dem zyprischen Finanzplatz, in dem die Vermarktung auswärtigen Geldvermögens – aus Russland, Arabien aber auch Großbritannien – den € als geldkapitalistisch brauchbare Weltwährung ein klein wenig gestärkt hat? Bis zur Krise des europäischen Finanzkapitals jedenfalls. Weiterlesen

Jour Fixe am 19.2.

Veranstaltungsempfehlung

Ein „failed state“ droht dem Westen verloren zu gehen – an „islamistische Terroristen“!

Frankreichs Kriegseinsatz in Mali – warum und wozu?

Dienstag, 19. Februar 2013, 19.30 Uhr
Werkhof, Gaußstr. 25/Ecke Nernstweg

1.

Kaum jemand außer einigen Afrikaspezialisten und Touristen wusste bis gestern, wo Mali zu verorten ist. Schon gar nicht, was in und mit diesem Staat los ist. Seit die führenden europäischen Außenpolitiker ihr Augenmerk auf das Land richten und vorbuchstabieren, was sie daran interessiert, ist der „weiße Fleck“ Mali geklärt. In den Worten des Außenministers: „Wenn der Norden Malis zerfällt, wenn dort Terroristenschulen entstehen, wenn ein sicherer Hafen gebaut werden kann für den Terrorismus der Welt (!), dann gefährdet das nicht nur Mali, sondern es gefährdet auch uns in Europa.“ Wenn man sich in den Standpunkt eines Außenpolitikers versetzt, wenn man aus der Blickwarte einer führenden Macht die ganze Welt als Sphäre der eigenen Sicherheit definiert und überall Zuständigkeit für Recht und Ordnung reklamiert, wenn man mit dem Anspruch auf globale Kontrolle festlegt, wo sich Gewalt rührt, die unseren Ordnungsinteressen dient oder stört: ja dann ist klar, dass Mali ein Fall „unserer“ Zuständigkeit und im Prinzip ein Fall gewaltsamen Einschreitens ist. Bleibt die Frage: soll man sich dieser Sicht der Dinge anschließen? Weiterlesen

Syrien: "Bürgerkrieg", "Stellvertreterkrieg" …?

Öffentlicher Diskussionstermin

Amerikas „leading from behind“ – wie die Weltmacht ihre Nahost-Ordnung am Fall Syrien voranbringt

Dienstag, 21. August 2012, 19.30 Uhr
Werkhof, Gaußstr. 25/Ecke Nernstweg

1.

Dass in Syrien ein „Bürgerkrieg“ tobt, gehört zum festen Sprachgebrauch der Öffentlichkeit. So als wäre dort nur ein innerer Kampf zwischen Volk und Regierung um die Macht im Staat im Gang, wird leicht vergessen, was andererseits allen Beobachtern geläufig ist, wenn sie vom „Stellvertreterkrieg“ sprechen: In diesem Krieg sind maßgeblich äußere Mächte mit ihren weltpolitischen Interessen und Berechnungen involviert. Ob sie allerdings, wie die Vorstellung nahelegt, dort anstatt sich selbst zu bekriegen ihre Feindschaft durch andere austragen lassen, das ist nicht so selbstverständlich. Weiterlesen

Jour Fixe: Das "pazifische Jahrhundert der USA" – Fortsetzung

Dienstag, 17. April 2012, 19.30 Uhr
Werkhof, Gaußstr. 25/Ecke Nernstweg

Fortsetzung der Diskussion vom 20. März (Diskussionsgrundlage ist der Artikel „Die USA erneuern ihren globalen Führungsanspruch“ in: Gegenstandpunkt 1-12)

Jour fixe: Das „pazifische Jahrhundert der USA“

Der Imperialismus der gewandelten Führungsmacht

Jour fixe

Dienstag, 20. März 2012, 19.30 Uhr
Werkhof, Gaußstr. 25/Ecke Nernstweg

Der angekündigte Jour fixe am Dienstag, 21 .2., entfällt!

1. „Wir sind wieder zurück! “ resümiert Obama den APEC-Gipfel 2011. Waren die USA aus dem „asiatisch-pazifischen Raum“ jemals verschwunden? Und was heißt „Rückkehr“ bei einer Macht, die sich dort nicht als Teilnehmer neben vielen anderen Staaten anmeldet, sondern unübersehbar ins Zentrum der „wiederentdeckten“ Weltgegend stellt und ihr die entscheidende Rolle für die „Zukunft“ Amerikas zuweist? Wer könnte diesen weltpolitischen Bedeutungszuwachs zurückweisen?

Material für den Jour fixe : Das pazifische Jahrhundert Amerikas (Clinton-Rede Auszug) (RTF)
Das pazifische Jahrhundert Amerikas _Clinton-Rede Auszug (PDF)

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