Forum GegenArgumente

7 Thesen zum

 Grund der Flüchtlingsströme

Mittwoch, dem 20. November 2013 um 18:30 Uhr
Universität Hamburg, Pferdestall, Allende-Platz 1, Raum 107
Forum Gegenargumente Hamburg/ AANO

Europas Politiker berufen sich bei ihrem Ausbau der „Festung Europa“ rechtfertigend darauf, dass sonst eine „Lawine von Armutsflüchtlingen aus Schwarzafrika“ auf Europa zurollen würde. Sie pflegen das Bild einer Lage, mit deren Herstellung sie nichts zu tun haben und mit deren humanitärer Bewältigung sie überfordert seien. Das ist von vorn bis hinten gelogen:

  1. Wer die Flüchtlinge als „humanitäres Problem“ bespricht, hat das Wesentliche verpasst: Die Armut und das Elend, das die Flüchtlinge zum Abhauen bewegt, hat politökonomische Gründe: An Produktionsmitteln und Technologien, um die Menschheit auch in Schwarzafrika zu nähren und kleiden, fehlt es in der Welt des 21. Jahrhunderts wirklich nicht.
  2. Denn arm sind die Leute in den Entwicklungsländern, weil sie ausgeschlossen sind von dem Reichtum, den es erstens überhaupt und zweitens auch in ihren Ländern gibt. Verantwortlich für den Ausschluss vom Reichtum ist das Privateigentum. Dieses Rechtsinstitut des Kapitalismus gilt dank der „Nachhilfe“ der Weltwirtschaftsmächte heute bis in den hintersten Winkel der Erde.
  3. Wer von den Mitteln zur Produktion seiner Lebensmittel durchs Eigentum getrennt ist, braucht hier wie dort einen Arbeitgeber, der seine Geldnot für sich ausnützt und damit bedingt aufhebt. Und hier beginnt die Besonderheit der so genannten Entwicklungsländer: Die produktive Nutzung der Armut findet flächendeckend nicht statt. Stattdessen die Nutzung von Naturbedingungen – Bergbau und „cash crops“ (!) – für die Kapitalvermehrung  internationaler Konzerne.
  4. Die Staaten der Dritten Welt leben vom Dienst an auswärtiger Bereicherung. Ihre Bevölkerung stört dabei im Wesentlichen und wird entsprechend behandelt. Sie hat das historische Pech, die absolute Überbevölkerung des Weltkapitalismus zu sein.
  5. Die Einrichter und Nutznießer dieser Weltordnung, die Weltwirtschaftsmächte, weisen den lokalen Regierungen die Aufgabe zu, ihre dahinvegetierenden Massen im nationalen Elendsquartier einzusperren, d.h. sie daran zu hindern, in den Norden auszuwandern und den dortigen Sozialverwaltungen zur Last zu fallen.
  6. Und weil sie in allem Realismus davon ausgehen, dass diese Aufgabe nie zu ihrer Zufriedenheit erledigt wird, errichten sie die „Festung Europa“ …
  7. Wohlmeinende und kritische Menschen sind der Ansicht, das Elend in der Dritten Welt läge an einem Mangel an kapitalistischer Entwicklung – womöglich gar verschuldet von den Metropolen. Aber seit wann enthält der Kapitalismus ein Versprechen auf allseitige Entwicklung? Und wieso soll die Angewiesenheit auf Benutzung durch kapitalistische Arbeitgeber eine Garantie dafür sein, dass man benutzt wird?

Hierüber wollen wir diskutieren am

Mittwoch, dem 20. November 2013 um 18:30 Uhr
Universität Hamburg, Pferdestall, Allende-Platz 1, Raum 107
Forum Gegenargumente Hamburg/ AANO

V.i.S.d.P.: H. Schuller, Hohenesch 56, 22765 Hamburg

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