Veranstaltungsempfehlung

Jour Fixe des GegenStandpunkt

Andauerndes Massensterben an Europas Grenzen:
Das Grenzregime
im grenzenlosen Kapitalismus

Wie die Öffentlichkeit die „humane Katastrophe“ vor Lampedusa gedanklich bewältigt

Dienstag, 3.12.2013, 19.30 Uhr, Werkhof, Gaußstraße 25/Ecke Nernstweg

Es hat schon 300 Tote auf einen Schlag gebraucht, damit sich in Europa Betroffenheit über das Flüchtlingselend einstellt. Dass in den letzten zehn Jahren mehr als zwanzigtausend Flüchtlingen an der europäischen Südgrenze ertrunken sind, wurde mehr nebenher registriert. Jetzt sind alle Stellungnahmen einig, dass ganz furchtbar ist, was da im Mittelmeer passiert und rasch Abhilfe geschaffen werden muss. So ziemlich alle Kommentatoren, die mit der europäischen Flüchtlingspolitik harsch ins Gericht gehen, sind sich bei aller Kritik aber auch so ziemlich darüber einig, dass sich letztlich wenig machen lässt, ja dass dieses Grenzregime für Europa ganz unverzichtbar ist. Auf die eine oder andere Weise enthalten ihre kritischen Einlassungen das Bekenntnis, dass die Abschottung Europas gegenüber dem unerwünschten Flüchtlingsstrom zu unserem marktwirtschaftlichen System und unserem vereinten Europa einfach dazugehören – und damit auch der Tod von Immigranten.
Erklären, warum dieses System ohne tödliche Grenzsicherung nicht auskommt, will kaum jemand. Und noch weniger denken daran, dieses System als unmenschlich zu verwerfen – wie seinerzeit den deutschen Teilstaat mit Mauer und Stacheldraht.

Zitate zur Diskussionsgrundlage HIER.

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