Veranstaltungstipp

Wir empfehlen eine Veranstaltung des Forum Gegenargumente/AANO

Kritik – wie geht das?

Vortrag & Diskussion
(In Kooperation mit der Zeitschrift GEGENSTANDPUNKT)

Dienstag, 27. Januar 2015, 19 Uhr · Universität Hamburg, Philosophenturm, Von-Melle-Park 6, Hörsaal G

An kritischen Zeitgenossen mangelt es wahrlich nicht. Durch Rundfunk und Fernsehen, durch den „Spiegel“ und die „Bild“-Zeitung, durch die freie Wissenschaft und die konkurrierenden Parteien aufgeklärte Bürger machen es sich geradezu zur Pflicht: kritisch zu sein. Mit dieser Haltung, die als ebenso modern wie ehrenwert gilt, wird das Kritisieren zu einem Anspruch gemacht, der immer und überall fällig und berechtigt ist – egal worauf sich die Kritik gerade richtet. Ob Wetterbericht oder Finanzkrise, Schlagerwettbewerb oder Mindestlohn: alles wird mit Kritik bedacht – als ob es nicht ein wenig davon abhinge, was einer vor sich hat, wenn er Einwände vorbringt. Mit der Allgegenwart des „kritischen Bewusstseins“ ist freilich auch nicht die ordentliche Beurteilung und aus ihr folgende begründete Ablehnung einer Sache – jenes theoretische Handwerk, das den Namen ‚Kritik‘ verdient – in Schwung gekommen …

Populär geworden ist vielmehr der kategorische Imperativ, Gott und die Welt mit Verbesserungsvorschlägen zu überschütten – weil die mündigen Bürger als Zeitungsleser, Gewerkschafter, Fußballer, Professor oder sonst was jedes Nachdenken über ihre kleinen und großen Lebensumstände eben nicht als Erklärung ihrer Beschaffenheit, sondern ausschließlich als Sorge um sie betreiben. So ist es kein Wunder, dass Oben & Unten, Links & Rechts, Arm & Reich sich pflichtbewusst in der absurden Disziplin der konstruktiven Kritik üben und es darüber zur Selbstverständlichkeit gebracht haben, dass aus Einwänden nie die Ablehnung des Kritisierten, sondern stets seine Vervollkommnung zu folgen hat. An allem, woran die kritisch denkenden Bürger Anstoß nehmen, wollen sie auch hilfreich mitwirken…

So kritisieren sie immerzu so gut wie alles – aber sie wissen nicht, wie es geht. Auf der Veranstaltung wollen wir uns überlegen, was sie verkehrt machen, so dass ihre Kritik regelmäßig entgleist und immer wieder ausgerechnet bei der Bekräftigung des Kritisierten landet.

Lektüretipp: „Kritik – wie geht das?“ in: GegenStandpunkt 4-13, S. 39-69; besonders: S.39-50.

Ankündigungsflugblatt zum Herunterladen und Ausdrucken HIER.

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