Der globale Führungsanspruch der USA

Der globale Führungsanspruch der USA

Mittwoch, 19. und Mittwoch, 26. September 2012

 18:30 Uhr R 104 Pferdestall Allende-Platz 1

 Forum Gegenargumente Hamburg/ AANO

„The renewal of american leadership can be felt across the globe”- befindet der US Präsident in seiner Rede zur Lage der Nation von Januar 2012. Der Führer der „letzten verbliebenen Weltmacht“ äußert so den Ordnungsanspruch Amerikas über den Rest der Welt, der nach seinem Dafürhalten gelitten hat und durch seine Initiative gerade weltweit wieder hergestellt wird. Damit gibt er weder eine unmaßgebliche Meinung noch eine pure Anmaßung oder – wie manche meinen – heiße Luft von sich. Denn zu jedem Konflikt auf der Welt stellen sich die USA als „Fall“ ihrer Zuständigkeit, der – von Syrien über Iran nach Afghanistan … – amerikanische Interessen tangiert und mithin ihre entschiedne Führung bei der Regelung der Affären herausfordert. Das ist der selbstverständliche Maßstab amerikanischer Machtentfaltung, wenn z.B. der Kandidat Mitt Romney Obamas „leading from behind“ als Schwächung Amerikas geißelt.

Obama besteht darauf, dass die USA – einmalig in der Geschichte – eine Weltmacht sind, „die nicht nur eigensüchtig handelt“: Unter ihrer Regie ist ein weltumspannender Kapitalismus zustande gekommen, in dem mit einem Regelwerk von UNO über WTO bis zum IWF die Nationen um Reichtum als Grundlage ihrer Macht konkurrieren. Was ist das für eine Ordnung und wieso brauchen die USA für diesen „Dienst“ eine Militärmacht, die alle Konkurrenten in den Schatten stellt?

Führung per Bündnis

Wenn der Präsident im Hinblick auf den Aufstieg Chinas innerhalb dieser Weltordnung gleich ein „pazifisches Jahrhundert“ ausruft, kommt in Europa keine Freude auf, sondern die Sorge, an Bedeutung zu verlieren. Woher diese Sorge?! Wieso begrüßen die Europäer nicht das fernöstliche Engagement der USA als Befreiung ihrer Machtentfaltung, die sie in Zeiten des „Kalten-Krieges“ im NATO-Bündnis gefesselt sahen. Da kommt Außenministerin Clintons Ansage: „Europa ist und bleibt die erste Wahl als Partner der Vereinigten Staaten … der Eckpfeiler unseres weltweiten Engagements“ wie eine Beruhigung daher. Aber wobei und wofür braucht es die geballte politische und militärische Macht „des Westens“, wo es doch den Gegner von einst im Osten gar nicht mehr gibt?

Warum brauchen die USA einen Partner beim Führen? Und was verspricht sich Europa davon, Juniorpartner der Weltmacht zu sein, wo bei allen möglichen Weltaffären deutlich wird, dass sie sich mit dieser Platzzuweisung gar nicht abfinden mögen?

 

Lesetipp: „Die USA erneuern ihre Allianz mit Europa“ in GSP 2/2012

 

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