Schlagwort-Archiv: Nationalismus

Abseits und andererseits – Argumente zu Fußball und Nation

Diskussionsveranstaltung des FORUM GEGENARGUMENTE

Normalerweise spielen sie nicht miteinander, die Nationen dieser Welt. Der internationale Vergleich, den sie in der Hauptsache pflegen, besteht in der Konkurrenz um Geld und Macht. Die Gegensätze dabei sind so hart, dass sie manchmal sogar auf dem Schlachtfeld ausgetragen werden. Warum treffen sich dieselben Nationen noch einmal auf dem Spielfeld, so als gäbe es eine herzliche Eintracht zwischen ihnen?

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Die Völker stellen das Publikum der Europameisterschaft. Ganz ohne Kommando von oben füllen sich die Stadionränge mit Heerscharen von lebenden Nationalfahnen, geschminkt in den jeweiligen Landesfarben, ohne die ein Ball offenbar einfach nicht zu treffen geht. Was hat das Balltreten mit Nationalismus zu schaffen?

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Das Motto der letzten Weltmeisterschaft: „Die Welt zu Gast bei Freunden“. Das klingt stark nach Völkerfreundschaft. Warum gibt es oft Verletzte nach solchen Begegnungen? Konsequenter Körpereinsatz engagierter Patrioten jenseits des Rasens oder eine Entgleisung?

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Intellektuelle und Vordenker wie Günter Grass beargwöhnten das schwarz-rot-goldene Flaggenmeer als latente Fremdenfeindlichkeit. Ein anständiger Patriotismus hätte weltoffen und multikulturell zu sein. Gibt es so etwas überhaupt, einen guten Nationalismus?

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Diese Fragen wollen wir diskutieren am

 Mittwoch 20. Juni 2012, 18:30 Uhr

 Uni HH, Allendeplatz 1, Pferdestall, Raum 104


Freerk Huisken: Warum schämt sich Frau Merkel eigentlich für die Morde von drei Neonazis?

Ja, das tut sie. Mehrmals und in aller Öffentlichkeit bekundete die Kanzlerin: „Die Mordserie ist eine Schande, das ist beschämend.“ Ihr Hofstaat folgte ihr und das gesamte Parlament verabschiedete einstimmig eine Schamresolution anlässlich der Aufdeckung des NSU: „Wir – das Parlament – sind zutiefst beschämt, dass nach den ungeheuren Verbrechen des NS-Regimes rechtsextremistische Ideologie in unserem Lande eine blutige Spur unvorstellbarer Mordtaten hervorbringt.“  Bestürzt kann man sein, vielleicht auch entsetzt – aber beides nur im ersten Augenblick. Denn mit dem zweiten Augenblick müsste das Nachdenken über die Ursachen der Mordserie einsetzen, damit sich zukünftige Bestürzung über ähnliche Taten in Grenzen hält. Und zum Nachdenken müsste auch gehören, sich Klarheit zu verschaffen über den Zusammenhang zwischen der ganz gewöhnlichen, von der Ausländerpolitik je nach Konjunktur immer wieder angeheizten Ausländerfeindlichkeit guter Deutscher und jener mörderischen „Ausländerpolitik“, die der NSU dann über ein Jahrzehnt hinweg nicht mehr den regierenden Demokraten überlassen wollte, sondern in die eigenen Hände genommen hat. Daran fehlt es in den Kreisen der für die Abwehr, Ausweisung und  Zulassung von Ausländern Verantwortlichen. Natürlich! Denn wer wollte von ihnen schon die Fundamentalkritik ihrer eigenen Ausländerpolitik verlangen. Stattdessen wird sich geschämt.

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