Kategorie: Vorträge & Diskussionen

Veranstaltungstipp: Die elende Suche nach der „Normalität“

Online-Diskussionsveranstaltung

Dienstag, 10. November 2020, 19.30 Uhr

Die elende Sehnsucht nach der „Normalität“

treibt viele Zeitgenossen um, die von den staatlich verordneten Anti-Corona-Maßnahmen betroffen sind:
– Da gibt es einige, die sich auf Demonstrationen über staatliche Freiheitsberaubung beschweren, weil sie einen Mund-Nasen-Schutz tragen sollen, um die Ausbreitung des Corona-Virus zu hemmen. Was geben die eigentlich über ihre bürgerliche Freiheit zu Protokoll, wenn sie fordern, die „Merkel-Diktatur“ möge ihnen gefälligst wieder erlauben, frei zu sein, damit sie barrierefrei husten können?

– Viel zahlreicher sind die Mitbürger, die durch die staatliche Seuchenpolitik arbeitslos oder auf Kurzarbeit gesetzt werden und infolgedessen mit ihrem Geld noch schlechter auskommen als sonst schon – und sich deshalb die gewohnten Verhältnisse zurück wünschen. Wenn durch einen Ausnahmefall wie die Pandemie von heute auf morgen vom Wohnen bis zum Essen alles in Gefahr gerät: ist da nicht ein wenig Skepsis gegenüber dem bürgerlichen Erwerbsleben angebracht, in dem die ganze Existenz und offenbar auch der Absturz vom Geld abhängt?

– Schließlich nimmt ein Haufen Leute die brutalen Folgen zur Kenntnis, die der „Lockdown“ für die elenden Massen in den sogenannten armen Ländern der Welt hat. Wenn dort, wie es die einschlägigen Berichte vorführen, der Hunger noch schlimmer grassiert als die Seuche: macht das aus dem ohnehin erbärmlichen Leben eine – immerhin – erträgliche Sache, oder wirft das nicht ein Licht auf den brutalen Normalzustand, unter denen die Menschen dort zeitlebens ihre Existenz fristen?

Hier wie dort – vom „Lockdown“ wieder zurück zur „Normalität“?
Auf jeden Fall hätte, wer über heimische wie fremdländische Verhältnisse so denkt, wieder einmal eine Gelegenheit verpasst, aus einer Krise einen richtigen Schluss auf die Welt vor, nach oder ohne Krise zu ziehen.

Zugangslink demnächst hier

 

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Online-Diskussionsangebot am 22. September 2020: Der Fleischskandal bei Tönnies u.a.

Diskussionsveranstaltung:
Der Fleischskandal bei Tönnies u.a.

Die seuchenbedingte Neuauflage eines alten Skandals
und was aus ihm wird

Dienstag, 22. September 2020, 19.30 Uhr, online

Einlass ab 19.00 Uhr. Zugang über:

https://meet.gegenargumente-hamburg.de/diskussion2209

hier: Thesen zur Diskussion

Gute Nachrichten inmitten der Corona-Krise für Gewerkschafter, Tierfreunde, Verbraucherschützer und andere kritische Idealisten der Marktwirtschaft!

Seit Jahrzehnten führen sie harsche Kritik an den üblen Zuständen in deutschen Betrieben, die es mit der profitlich betriebenen Fleischverarbeitung längst zu Weltmeistern gebracht haben. Leiharbeit, Tierquälerei oder Gammelfleisch sind Anlass für durchaus unterschiedliche Forderungen, was sich an der Branche zu ändern hätte, damit sie Teil der besseren Welt sein kann, die die Kritiker sich vorstellen.

Widersprochen hat ihnen kaum jemand. Aber sie mussten stets die Erfahrung machen: Die Nachfrage nach den Parolen gegen die „Ausbeutung von Mensch und Tier“ hält sich arg in Grenzen. Im praktischen Gang der Dinge jedenfalls wird von diesen Einwänden nichts abhängig gemacht.

Jetzt aber, in der Corona-Krise, erfahren sie eine ungeahnte Aufmerksamkeit. Alle Übel, die sie schon immer anprangern, werden quer durch Deutschlands Leitmedien zusammengetragen und als „Schweinesystem“ (Der Spiegel 27/2020) abgeurteilt – weil sie sich anlässlich der Ausbrüche bei Westfleisch, Tönnies, Wiesenhof usw. als epidemischer Seuchenherd, als eine Gefährdung der Volksgesundheit, herausstellen. Weiterlesen

Vortrag & Diskussion: Die Frau im Kapitalismus

Juristisch gleich, moralisch geachtet, schlecht behandelt:

Die Frau im Kapitalismus

Referent: Prof. Dr. Margaret Wirth
(Redaktion GegenStandpunkt)

Mittwoch, 22. Januar 2020, 19 Uhr
Universität Hamburg, Fachbereich Sozialökonomie (ehemals HWP),
Von-Melle-Park 9, Hörsaal S29

Auch nach der längst erreichten rechtlichen Gleichstellung mit dem Mann, auch nachdem Frauen heute die Mehrheit der Abiturienten und dabei die mit den besseren Noten, in vielen Studiengängen die Mehrheit der Studenten stellen, nachdem sie manche vordem als Männerdomänen bekannte Berufsfelder erobert haben, gibt es noch immer genug Diskriminierung und sexuelle Unterdrückung des weiblichen Geschlechts. Frauen führen den Kampf dagegen, indem sie der Männerwelt den Vorwurf machen, nach wie vor den fälligen Respekt für die Selbstbestimmung und eine selbstbewusste Rolle der Frau zu verweigern, in einem alten Denken und gestrigen Rollenbildern der Geschlechter zu verharren. Mit der Forderung nach Respekt rennen die Protagonisten der Geschlechtergerechtigkeit überall – in Politik, Öffentlichkeit und schon gleich im akademischen Bereich – offene Türen ein. Sieht man von ganz konservativen Kreisen, die vom traditionellen Familienbild nicht lassen wollen, und von den Kultfiguren des Gangsta-Rap ab, gibt es keine Stimme, die vor den Frauen als vollwertigen, beruflich und überhaupt selbstbestimmten Mitgliedern der Gesellschaft nicht den Hut ziehen würde. Überall gibt es Gleichstellungsbeauftragte, Frauenförderung und Frauenlehrstühle; an Unis und im linken Milieu ist das „Gendern“ verbreitet: Durch die Modifikation von Wörtern und Grammatik besteht man darauf, dass in jedem Satz, in dem von menschlichen Subjekten die Rede ist, der Frau noch einmal eigens gedacht und ihr die Ehre erwiesen wird.

Woran liegt es dann, dass der allgemein bekräftigte gute Wille nicht viel ändert an den sozialen Benachteiligungen, Beleidigungen, An- und Übergriffen, die Frauen erfahren? Woran liegt es, dass die offizielle Moral sich von der praktisch gelebten so trennt?

Anders gefragt: Haben die gesellschaftlichen Positionen und Rollen, auf die die Frauen festgelegt sind, nicht doch handfestere Gründe als frauenfeindliche Vorurteile der Männer, Gründe, denen man mit dem Einfordern und Abliefern von Respektbezeugungen überhaupt nicht beikommt?

Ankündigungsflugblatt zum Herunterladen und Ausdrucken HIER. Plakat HIER.