Flyer und Veranstaltung zum Wehrpflichtstreik

Pistorius klärt die Jugend auf:

Der Preis „unserer Lebensart“:
Töten und Sterben für den Staat

Die Bundesregierung macht das Land kriegstüchtig. Dafür steckt sie Abermilliarden nicht nur in die Aufrüstung der Bundeswehr, sondern will euch für den Dienst an der Waffe.

Auf den wollt ihr euch nicht verpflichten lassen und geht auf die Straße.

Prima – lobt das ausgerechnet der Verteidigungsminister. Warum? Weil euch der Staat glatt protestieren lässt. Derselbe Typ, der euch den Dienst an der Waffe einbrockt, gratuliert euch dazu, dass ihr öffentlich dagegen sein dürft. Ihr sollt den Grund eures Protestes vergessen, weil er euch erlaubt ist. Das sollt ihr als Großzügigkeit würdigen, auch und gerade wenn völlig klar ist, dass ihr eingezogen werdet, wenn nicht genug Kanonenfutter zur Verfügung steht.

Dabei ist dem politischen Befehlshaber der Armee nichts zu blöd, mit dem er bebildert, „was in unserem großartigen Land möglich ist“. Natürlich sollt ihr dabei nicht daran denken, dass diese Großartigkeit offenbar auch „Töten und Sterben“ ein- und die Weigerung, sich dafür herzugeben ausschließt. Worauf ihr den Blick richten sollt, ist schon wieder die euch gewährte Freiheit: „das heißt, ihr dürft glauben, an was ihr wollt, ihr könnt lieben, wen ihr wollt, ihr könnt euch bewegen, wie ihr wollt…“. Echt? Recht besehen ist daran nur abzulesen, wie gründlich der Staat selbst die kleinsten persönlichen Vorlieben mit seinen Gesetzen reguliert – nach Pistorius wird euch damit aber ein wunderbares „Geschenk“ gemacht, nämlich eine ganze „Lebensart“.

Worin die wirklich besteht, weiß ein Machthaber wie der bestens: schließlich regieren diese Typen eine auf kapitalistischen Gelderwerb festgelegte Gesellschaft, in der sich die Mehrzahl der Leute ein Leben lang in einem System aus Abhängigkeiten und Nöten behaupten muss. Das tut aber hier nichts zur Sache, weil er die Lebensart, die er definiert, als euren Herzenswunsch präsentiert, so als wäre die euer innigstes Sehnen und Trachten.

Die Dreistigkeit, mit der er daraus seinen Schluss zieht, ist schon bemerkenswert. Nicht der Staat greift auf die jugendliche „Ressource Mensch“ zu, wie er sie für den Kriegsdienst braucht, sondern ihr sollt „unsere Lebensart“ verteidigen, weil euer Gewissen das gebietet: Wer das freigebige „Geschenk“ des Staats in vollen Zügen genießt, der muss das auch, wenn der Staat ruft, mit seiner Kriegsbereitschaft dankbar abgelten.

Immerhin, diese brutale Zumutung ist der Botschaft von Pistorius zu entnehmen. Den Schulabgängern, die gegen „Drill und Gehorsam in den Kasernen“, gegen „Töten und Sterben“ auf dem Schlachtfeld ihren Protest demonstrieren, führt der „beliebteste Politiker“ vor, wie der geforderte „Mentalitätswechsel“ geht.

Darüber wollen wir diskutieren:

Diskussionsveranstaltung
Donnerstag, 19.03.2026 – 19:00 im Centro Sociale – Sternstraße 2 – 20357 Hamburg

GegenStandpunkt 4-25 jetzt erhältlich

GegenStandpunkt 4-25

Große Führer lieben ihr Volk. Darum beglücken sie es kompromisslos mit Verhältnissen, in denen es gar nicht anders kann, als für die Größe der Nation da zu sein. Denn das ist die höchste Pflicht des Volkes, zugleich sein höchstes Recht, also seine eigentliche Bestimmung.
Der MAGA-Präsident macht es vor: Trump ruft einen Generalnotstand für das großartige Amerika aus, das er zugleich für total heruntergewirtschaftet hält. So will er dafür sorgen, dass die Nation wieder die globale Vor- und Allmacht ausspielt, die seine Vorgänger verraten und vergeigt, also dem amerikanischen Volk geklaut haben. Letzteres hat sich seit längerem an ausländische Drogen und hauseigene Lebensmittelmarken gewöhnt, statt sich auf der Jagd nach Dollar für Amerikas Größe nützlich zu machen. Mit seinem Kampf gegen Migranten, den Sozialstaat, Wokeness und seine politischen Kontrahenten, denen er die Ausbreitung all dieser Seuchen zur Last legt, verhilft Trump seinen Amerikanern dazu, wieder großartig, also richtig amerikanisch zu sein:
Das amerikanische Innenleben wird MAGA. Mehr Freiheit der Regierungsmacht für mehr Großartigkeit der Weltmacht

Der Rest der Welt macht es nach: Z. B. der deutsche Kanzler, der unzufrieden ist mit denen, die er regiert: Die einen sind hier, obwohl sie keine Deutschen sind. Von seinen Deutschen arbeiten zu viele nicht, sondern leben im Luxus des staatlich bereitgestellten Existenzminimums; diejenigen, die arbeiten, tun das viel zu kurz – pro Woche und überhaupt gemessen an ihrer überbordenden Lebensdauer; und sie bestehen unter dem Slogan ‚work-life-balance‘ auch noch darauf, dass ihre Arbeit sich irgendwie für sie lohnt. Des Kanzlers ‚Herbst der Reformen‘ soll ihnen solchen Unfug austreiben. Und seine Politik gegen Migranten verbürgt, dass Deutsche ihre erzwungene Anpassung an jede staatliche Vorgabe stolz als Privileg fühlen können:
Armut, Rente, Arbeitszeit. Der Herbst der Reformen und „Stadtbild“

Er hat ja auch viel vor mit ihnen: den Aufstieg Deutschlands zu einer kontinentalen Kriegsmacht, die so mächtig ist, dass die nukleare Weltmacht Russland auf demselben Kontinent keinen Platz hat. Das ist Deutschlands Antwort auf MAGA: Es will Russland den Platz, den es sich bereits verschafft hat und beansprucht – wenn es sein muss, nicht nur per Stellvertreterkrieg – abknöpfen, auch wenn und gerade weil MAGA-Land dafür nicht mehr als Führungs- und Garantiemacht zu haben ist. Die Potenz, sich mit dreistelligen Milliardensummen zur Führungsmacht für Europas Anti-Russland-Fundamentalismus herzurichten, hat Deutschland allemal. Die setzt Merz ein und verpasst seinem Volk damit die „Lage zwischen Krieg und Frieden“, die es zu der Kriegstüchtigkeit erzieht, die ansteht:
Europa im hybriden Krieg für einen emanzipierten Imperialismus und Der deutsche Militarismus in der Zeitenwende. Kriegsbereitschaft heute

Und zwischendurch beweisen Staatsmänner auch in Asien, dass sie die Zeichen der MAGA-Zeit verstanden haben: Indien und Pakistan liefern sich einen Krieg, weil ihre Anführer wissen, dass nur die Gewalt, die sie wirklich einsetzen und deren Eskalation sie damit glaubwürdig ankündigen, den Ansprüchen Recht verschafft, die sie in Sachen imperialistischer Größe erheben. Mit der „Stärke der internationalen Rechtsordnung“, die Trump der in dieser Floskel immer schon enthaltenen Lüge überführt und auf den Müllhaufen der Geschichte befördert hat, können auch sie nichts mehr anfangen, seit Trump ungeschminkt das Recht des Stärkeren geltend macht und vorlebt:
Kaschmir-Konflikt im Frühjahr 2025. Ein kriegerischer Machtbeweis Indiens – und ein amerikanisches Machtwort zur Klarstellung der Kräfteverhältnisse


In Hamburg ist der GegenStandpunkt u.a. erhältlich bei:

  • Buchhandlung im Schanzenviertel, Schulterblatt 55
  • Kurt Heymann, Eppendorfer Baum 27 ·
  • Axel Lüders, Heußweg 33 ·
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Im Wendland: Zigarren Stahlblock, Lange Straße 1, 29451 Dannenberg

Der GegenStandpunkt kann auch im Buchhandel oder direkt beim Verlag bestellt werden:
GegenStandpunkt Verlagsgesellschaft, Kirchenstraße 88, 81675 München
ISSN 0941-5831, € 15.

Flugblatt zum Schulstreik gegen die Wehrpflicht

Hallo, Ihr Wehrpflichtgegner!

Ihr wollt nicht zum Dienst an der Waffe gezwungen werden.
Nur: Wem sagt ihr das?
Einem Staat, der unmissverständlich klarmacht, dass an „Kriegstüchtigkeit“ gegen die russische Atommacht für ihn kein Weg vorbeiführt?!
Ihr fordert Geld für die Sanierung maroder Schulen statt für neue Waffen.
Aber wieder: Wem sagt ihr das?
Einem Staat, der unter der letzten sogenannten „Klima-Regierung“ 100 Milliarden in die Bundeswehr gesteckt hat – und dessen neue Regierung keinerlei Grenzen der Verschuldung mehr kennt, wenn es um Deutschlands militärischen Aufwuchs geht?!
Ihr streikt gegen die Wehrpflicht und erwartet, dass die Politik auf die Jugend hört.
Doch dieselbe Politik stellt – parteiübergreifend – klar, dass es eine Alternative zum Ausbau der Bundeswehr für sie nicht gibt. Entweder melden sich genug junge Menschen freiwillig, oder es wird eben anders dafür gesorgt, dass die Truppenstärke erreicht wird, die Deutschland für seine Vorhaben beansprucht.
Wäre es da nicht angebracht zu fragen, welche Zwecke dieser Staat für so unbedingt hält, dass er dafür perspektivisch über (auch eure) Leichen geht?
Die Politiker sagen, die militärische „Zeitenwende“ diene der Sicherheit.
Nur: Wessen Sicherheit eigentlich? Eurer sicher nicht – wenn ihr im Ernstfall diejenigen seid, die den Kopf hinhalten sollen.
Wenn Deutschland mit euch – wie ihr selbst schreibt – als Kanonenfutter kalkuliert:
In welchem Verhältnis steht ihr dann eigentlich zu diesem Staat?
Und in welchem Verhältnis steht er zu euch?
Ihr beklagt: „Niemand redet mit uns. Niemand will wissen, was wir dazu denken.“
Wir schon …

… und zwar beim Forum Gegenargumente am 18.12.2025 um 18:30 Uhr
Uni Hamburg, Von-Melle-Park 5 (Wiwi-Bunker), Raum 3017

Flugblatt als PDF

Lesetipp: Der deutsche Militarismus in der Zeitenwende – Kriegsbereitschaft heute
Zu finden: https://www.gegenstandpunkt.com